Projekt E - Der Stromer
Ein Barkas B1000 mit Elektroantrieb

Ein Barkas mit Elektroantrieb!

Die Idee, die Basis, die Geschichte, die Vorbereitung......

Am Anfang stand zwangsläufig die Auswahl des Basisfahrzeuges. Sicher war nur , daß es ein Barkas B1000 sein sollte.
Klar war auch, daß das Fahrzeug nach der Fertigstellung als Transporter für Haus, Grundstück und zahlreiche Hobbys im Stadtverkehr Potsdam/Berlin und Umland auch tatsächlich genutzt werden soll, deshalb ein Pritschenfahrzeug.



 .....sowas in der Art soll es werden!!


Warum gerade Barkas?
Mit dem Barkas kennen wir uns bestens aus, da bereits drei weitere Fahrzeuge bei uns bzw. Freunden im Einsatz sind -  alles echte Viertakter der Baureihe B1000-1, bis 1991.

Das Fahrzeug ist an sich unverwüstlich und auf Grund der einfachen Konstruktionsweise ein ideales Basisfahrzeug für solch ein Umbau-Projekt.

Wegen der besseren Blechqualität früherer Baujahre, nehmen wir als Basisfahrzeug einen Zweitakter.



Nach langem Suchen werden wir in der Nähe von Passau fündig.
Der Besitzer trennt sich von seinem Barkas Kofferfahrzeug und macht sich wegen Familienzuwachses jetzt eine Barkas-Feuerwehr als Bus fertig.
Der Barkas hat ein Erstzulassungsdatum von 1967, wurde aber im Jahr 1986 komplett neu aufgebaut.
Das Auto hat neuen TÜV, keinerlei Rost und ist in einem erstaunlich guten Gesamtzustand. Nach einer Inspektion auf der Hebebühne zeigt sich, daß auch Lenkung und Radaufhängung etc. in einwandfreiem Zustand sind.
Da die Historie des Fahrzeugs bekannt ist, scheinen auch die gut 12.000 km (seit Neuaufbau) auf dem Tacho plausibel. Das Auto hat seit 1988 mindestens 18 Jahre lang in der Garage eines Liebhabers gestanden.

Erst der letzte Besitzer hat das Auto dann vier Jahre lang gefahren, aber auch vorbildlich gepflegt. Der gewünschte Preis ist fair und man wird sich schnell handelseinig.

Technisch befindet sich das Auto im Wesentlichen auf dem Stand 1986, lediglich die Gleichstromlichtmaschine mit mechanischem Regler und die abschmierbaren Kugelköpfe verraten noch das frühe Originalbaujahr.

Der Barkas darf die lange Reise von Passau, vorbei an seinem Geburtsort, bis Brandenburg auf dem Trailer reisen. Noch auf dem Anhänger wird der Neuankömmling getauft, standesgemäß auf den Namen: Stromer


 

Vorbereitung des Aufbaues

 


Mit dem Kofferaufbau ist der Barkas natürlich für einen Elektroumbau nicht optimal.
Wir planen eine leichte Pritsche mit Plane oder vielleicht einen leichten Alu-Aufbau.

Der Koffer muß erstmal weichen. Also die sechs Schrauben ab und hoch damit.


Elvira und Tobias freuen sich über einen neuen Koffer für Ihr Bau- und Wirtschaftsauto......

Der Koffer ist schnell umgesetzt, allerdings müssen erst noch die Halterungen für den Koffer angeschweißt werden. Der blaue Viertakter von 1991 war nämlich im Original vorher eine Pritsche.


Zum Dank muß der Blaue sich aber von seinen Domen trennen, auf denen vorher die Pritsche saß.
Genau die brauchen wir jetzt nämlich, um aus unserem Stromer eine Pritsche zu machen.


Auch nachdem der Koffer abgehoben ist, keine Überraschungen.

Der Rahmen vom Stromer ist in tadellosem Zustand und mit reichlich Elaskon konserviert.


Also hier nur kurz das Schweißgerät angesetzt und die Dome angeschweißt....

Die sechs Aufnahmepunkte des ehemaligen Koffferaubaues stören uns nicht und können am Rahmen verbleiben.Später können wir die noch gut gebrauchen, um den Batteriekasten zu montieren.


Einige Tage darf der Stromer noch auf der Freiluftbühne zubringen, Es werden die wenigen Nacharbeiten am Rahmen vorgenommen, nachlackiert und -konserviert.


 

Bremsen und Lenkung

 


Für den täglichen Einsatz im modernen Straßenverkehr um Berlin herum wünschen wir uns leistungsfähigere Bremsen, zumal der Stromer später auch eine bessere Beschleunigung und eine höherere Endgeschwindigkeit aufweisen soll.

Das Auto ist mit seinem Zweitakter noch fahrfähig, zugelassen und versichert. Das ist die beste Gelegenheit für den Bremsenumbau.

Wir machen das bei Pepe in Heek, der hierbei auch die Federführung hat..

 

Die Bremsadapter haben wir bereits auf dem letzten Barkastreffen in Podelwitz besorgt.


Hiermit lassen sich die originalen Scheibenbremsen vom Passat 35i montieren.

Bei dieser Gelegenheit wandert die Handbremse gleich mit nach hinten. Seilzüge etc. stammen ebenfalls von VW.


Auch vorn kommen die originalen Scheibenbremsen vom Passat 35i zum Einsatz.


Der Bremskraftverstärker soll eigentlich vom Polo 86C kommen, wie wir es schon bei unserem Viertakter vor Jahren gebaut hatten.

Vorsorglich haben wir schon die elektrische Vakuum-Pumpe vom Audi inclusive Steuerteil verbaut.


Leider zeigt sich beim Bauen, daß der Abstand zum Rahmen beim Zweitakter partout nicht ausreichen wird, um den BKV einzubauen. Offensichtlich hatte man beim Viertakter genau aus diesem Grunde die Pedalwelle geändert.
Da uns der Aufwand zu hoch ist und die Probefahrt zeigt, daß die vier Scheibenbremsen rundherum mit dem Fahrzeuggewicht leichtes Spiel haben, verzichten wir auf den Einbau des Bremskraftverstärkers.


Wir haben das bis heute nicht bereut. Das Auto bremst auch jetzt im fertigen Zustand phantastisch wie jeder andere moderne PKW oder Transporter auch - dies bei mäßiger Pedalkraft.


Mit der Scheibenbremse auch an der Hinterachse kann der Handbremshebel jetzt gekürzt werden und ist dann nicht mehr ganz so monströs.


Der Vorratsbehälter für die Bremsflüssigkeit mit Warnkontakt für Bremsflüssigkeitsfüllstand stammt ebenfalls vom Polo und wandert aus dem Innenraum in den Fahrzeugbug hinter den Grill.


Der Kühlwasserbehälter ist aus dem Beifahrer-Fußraum bereits verschwunden.

Der wegfallende Wasserkühler gibt viel Platz frei , so daß die Scheibenwaschanlage hinter den Grill wandern kann.

Damit haben wir keine Wartungsarbeiten mit Flüssigkeiten mehr im Innenraum.

Es ist noch geplant, die Schraubbefestigung des Grills zur besseren Zugänglichkeit beim Nachfüllen durch einen Klappmechanismus mit Innenraum-Entriegelung zu ersetzen.


Der Umbau auf die Passat-Bremsanlage erfordert zwingend auch die Verwendung größerer Räder. Wir nehmen, wie schon mehrfach an unseren anderen Fahrzeugen erprobt, wieder die 15"-Felgen vom Suzuki Vitara und montieren Bereifung 195/70 R15 104R.

Da Abrollumfang der Reifen und Einpreßtiefe der Felgen dem Original sehr nahe kommen, gibt es dabei üblicherweise keine Probleme beim TÜV.


Lenkung und Kugelköpfe sind zwar noch einwandfrei, aber wir möchten ohnehin eine Achsvermessung vornehmen, um ganz sicher zu gehen.
Unser Stromer hat noch original die alten Lenkungsbauteile und Schubstangen, bei denen die Kugelköpfe abschmierbar sind und generell kleinere Gewinde verwendet wurden. Da dieses auch schon bei den letzten Serienfahrzeugen wesentlich verbessert wurde, möchten wir hier auch die verstärkten Bauteile einsetzen.
Wir tauschen diese Teile aus und verwenden für die lange Schubstange die Kugelköpfe vom Mercedes T2/Vario.

Nähere Einzelheiten zu diesen Austauschteilen gibt es auf der Homepage von Pepe.




Für die kurzen Spurstangen nehmen wir Kugelköpfe der Firma "Still-Gelenke" (Walter Still GmbH), die wir direkt dort ab Werk bestellen können.
Nähere Einzelheiten zu diesen Austauschteilen gibt es auf der Homepage Pepe.


Bei dieser Gelegenheit werden auch die Reibscheiben in den Traggelenken der Vorderachse gegen Rillenkugellager ausgetauscht, dies reduziert das "Losbrechmoment" der Lenkung erheblich, Einzelheiten ebenfalls bei Pepe.